Mehr Psychologie in die Schulen!

Stellungnahme des BDP, der DGPs, und des Verbandes der Psychologielehrerinnen und -lehrer zur aktuellen Situation in den Schulen
Die Anforderungen an Schulen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sollen zu m├╝ndigen B├╝rgerinnen und B├╝rgern erzogen werden, die in der Gesellschaft Verantwortung f├╝r sich und andere ├╝bernehmen. Diese Aufgabe fordert Lehrkr├Ąfte, und in einigen F├Ąllen ├╝berfordert es sie auch, wie nicht zuletzt aktuelle Hilferufe in Form von Brandbriefen zeigen. Dabei geht es h├Ąufig, aber nicht nur, um ein zunehmendes Klima der Gewalt und Verrohung des Umgangs miteinander an Schulen. Neben dem Sozialverhalten werden Defizite in den Bereichen Gesundheitsverhalten, Lern- und Arbeitsstrategien, Lenkung des eigenen Verhaltens sowie Umgang mit Stress und Belastungen immer wieder thematisiert. Um sich diesen Problemen stellen zu k├Ânnen, ben├Âtigen Schulen gut ausgebildete Schulpsychologinnen und -psychologen und Psychologie-Lehrkr├Ąfte. Die Versorgung mit Schulpsychologinnen und -psychologen ist in Deutschland nach wie vor mangelhaft und bleibt weit hinter dem zur├╝ck, was die Kultusministerkonferenz bereits in den 1970er Jahren forderte. Auch im internationalen Vergleich hat Deutschland Nachholbedarf, was die schulpsychologische Versorgung angeht. Im Jahr 2016 kamen auf eine/n Schulpsychologin/en rund 9.000 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler. Internationale Standards fordern ein Verh├Ąltnis von 1:1.000.
Dar├╝ber hinaus ist in Deutschland, anders als in anderen L├Ąndern, Psychologie zu selten als Schulfach w├Ąhlbar. In zahlreichen anderen L├Ąndern gilt die Vermittlung von psychologischen Kompetenzen als wichtiges Mittel, um Lern- und Entwicklungsziele zu erreichen, f├╝r die das Verstehen menschlichen Erlebens und Verhaltens zentral sind. Obwohl Psychologie auch in Deutschland ein ├╝beraus nachgefragtes Schulfach ist, bieten zu wenige Schulen Psychologie-Unterricht an und es fehlt an Psychologie-Lehrerinnen und -Lehrern. Im Psychologie-Unterricht (und dar├╝ber hinaus in Projekten) arbeiten Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern an Themen wie Streitschlichtung, Gesundheitsverhalten, Stressbew├Ąltigung und Vielem mehr, das eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit psychischen Anforderungen unterst├╝tzt.
Aus den genannten Gr├╝nden appellieren der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), die Deutsche Gesellschaft f├╝r Psychologie (DGPS) und der Verband der Psychologielehrerinnen und -lehrer e.V. an die Kultusministerien der L├Ąnder, mehr Psychologie in die Schulen zu bringen. Deutsche Schulen ben├Âtigen mehr Schulpsychologinnen und -psychologen, mehr Psychologie-Unterricht sowie gut ausgebildete Psychologie-Lehrerinnen und -Lehrer. Die genannten  Verb├Ąnde stehen zur Bew├Ąltigung dieser Aufgaben gerne unterst├╝tzend zur Verf├╝gung.