Jahrestagung 2009

Aktuelle Entwicklungen zu Systemischen Ansätzen

ABSTRACTS DER REFERATE


Mittwoch, 30. 09. 2009, 20.00 bis 21.30 Uhr 

Klaus Mücke, ÖkoSysteme Institut und Verlag, Potsdam

„Systemische Psychohygiene als Lehrinhalt an Schulen!?“ – Lebenskompetenz lässt sich lehren und lernen“

Es gibt ein spezifisches psychologisches Wissen für den praktischen und pragmatischen Umgang mit schwierigen Lebenssituationen, Konflikten und psychischen Problemen – also für die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des eigenen psychischen Gleichgewichts, der eigenen Psychohygiene. 

Obwohl dieses Wissen genauso plausibel wie hilfreich ist und für jeden Menschen eigentlich selbstverständlich zur Verfügung stehen sollte, wird es – abgesehen von psychotherapeutischen Kontexten – nur sehr zurückhaltend weitergegeben. 

Ich selbst habe Jahrzehnte gebraucht, um es erschließen zu können, obwohl ich seit 25 Jahren im psychosozialen bzw. psychotherapeutischen Bereich tätig bin. Dabei bräuchte es nur ein paar Stunden, um es zu vermitteln. 

Es ist meines Erachtens ethisch nicht zu vertreten, dieses Wissen nicht allgemein zur Verfügung zu stellen. Vielmehr sollte es zu einem festen Bestandteil des Schulunterrichts werden, womit vielen Menschen eine Menge Leid erspart bleiben und die Gesellschaft von immensen Kosten entlastet werden könnte.


Donnerstag, 01. 10. 2009, 9.00 bis 10.30 Uhr

Prof. Dr. Jürgen Kriz, Uni Osnabrück

„Miteinander reden – im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft. Essentials und Ebenen systemischer Beschreibungen.“ 

Über zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Strukturen, Muster oder Regeln ist viel geschrieben worden. Ein angemessenes Verständnis ist aber nur möglich, wenn neben den interaktionellen Prozessen auch die individuellen einerseits und die gesellschaftlich-kulturellen andererseits mit berücksichtigt werden. Gerade der systemische Ansatz bietet gute Möglichkeiten, die Verschränkung der Prozesse auf mehreren Ebenen zu betrachten. 

Der Vortrag führt einerseits in die Essentials des systemischen Ansatzes ein und diskutiert dann die die Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Prozessebenen.


Sonnabend, 03. 10. 2009, 9.00 bis 10.30 Uhr

Frau Ljerka Heinecke-Cuvaj, Berlin

Mädchen und Jungen – gemeinsames oder getrenntes Lernen? 

Stresssituationen und Zickenkrieg in der Schule



ABSTRACTS der WORKSHOPS

Donnerstag, 01. 10. 2009, 11.00 bis 12.30 Uhr

Workshop 1: Prof. Dr. Jürgen Kriz, Uni Osnabrück

Leit-ideen und Leid-ideen. Veränderung im Kontext von Entwicklungsaufgaben. 

Aufbauend auf den Vortrag wird besonders der Frage vertieft nachgegangen, wieso Entwicklungen (scheinbar) stagnieren und sich leidvolle Muster („Symptome“, „Probleme“) herausbilden. Es wird gezeigt, dass Veränderung stets als Adaption an neue Entwicklungsaufgaben verstanden werden – und warum es oft so scheint, dass eine solche Adaptation nicht gelingt.

Im Workshop haben allerdings auch Fragen sowie das Einbringen eigener Aspekte und Erfahrungen aller Teilnehmer Priorität.  


Workshop 2 (3 Doppelstunden 11.00 bis 18.00 Uhr)

Sylvia Purrmann, Martin Mehner, Schulpsychologische Beratung Bernau, Ostprodukt – Institut für systemische Anschübe

Systemische Therapie und Beratung 

Was macht den Unterschied der systemischen Therapie und Beratung im Vergleich zu anderen Therapie- und Beratungskonzepten aus?

Wir möchten Ihnen die Arbeit mit Genogrammen, die Suche nach Lösungen und die Aktivierung von Ressourcen sowie einige ausgewählte Fragetechniken vorstellen.

An einem konkreten Fallbeispiel erarbeiten wir den Ablauf einer Sitzung im Rahmen einer systemischen Kurzzeittherapie.


Workshop 3: Detlef Kölln, Uni Kiel

Supervision – ein systemisch-integrativer Ansatz in der Beratungsarbeit

Reflexion von Kommunikation und Systemstrukturen mit Hilfe von Supervision – geht das überhaupt? Oder ist Supervision nur endloses analytisches Psychogeschwafel mit dem Touch von Therapiecouch?

In diesem Workshop sollen, auf Basis der Vermittlung von Grundpositionen und einer praxistauglichen Definition von Supervision, die Vorteile einer systemisch-integrativen Supervision aufgezeigt und anhand von Praxisbeispielen veranschaulicht werden. Die Frage, wie das Thema im Unterricht sinnvoll aufgegriffen und sich mit bestehenden Vorurteilen auseinander gesetzt werden kann, soll die Arbeit abrunden.


Donnerstag, 01. 10. 2009, 14.30 bis 16.00 Uhr

Workshop 4: Detlef Kölln, Uni Kiel

Das innere Team – eine systemische Methode in der Beratung und Supervision

Durch die Methode des inneren Teams lässt sich, besonders für schwierige Kommunikationssituationen eine erstaunliche, authentische und stimmige Kommunikation aus der 'inneren Vielstimmigkeit' erschließen.

Die Arbeit mit dieser wirkungsvollen und konstruktiven, systemischen Methode in der Beratung und Supervision wird anhand von praktischen Fallbeispielen demonstriert. Dabei werden die psychologisch-systemischen Hintergründe erschlossen und die Methode für den Unterricht einsetzbar gemacht.


Workshop 5 (Wiederholungen am Freitag von 9.00 bis 10.30 Uhr und 11.00 bis 12.30 Uhr): Frank Radüg, Frankfurt/Oder

Techniken des Psychodramas unter pädagogischen Aspekten:

Das Psychodrama untersucht das Thema Wahrheit mit Hilfe dramatischer Methoden. So ist nach J.L. Moreno der Mensch ein Rollenspieler. Während des Rollenspiels stehen Handeln und Aktion - die Begegnung -  im Mittelpunkt des therapeutischen Geschehens.  Im Mittelpunkt dieses Workshops stehen die Parallelen zum pädagogischen Geschehen.

Die Teilnehmer haben neben legerer Kleidung, dicke Socken mitzubringen. 


Donnerstag, 01. 10. 2009, 16.30 bis 18.00 Uhr

Workshop 6: Prof. Walter Spiess, Uni Kiel

Nicht für die Schule, sondern für’s Leben lernen wir – Psychologie:

Die Vermittlung psychologischer Kompetenzen durch eine konstruktivistisch lösungs- und entwicklungsorientierten Unterrichtsgestaltung

Im Rahmen dieses Workshops möchte ich mit Ihnen durchspielen, wie ein solcher Unterricht gestaltet sein könnte: 

Ich gehe vom Menschenbild des coping man (Herzog) aus und halte Sie dazu an, sich zu vergegenwärtigen, was Sie im Hinblick auf Ihren Psychologieunterricht schon gut machen. Dies wird Ihr Selbstkonzept sowie Ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung bestärken. Sodann will ich Sie – im Sinne einer Logik des Gelingens (Spiess 2000) - zum Entwurf erwünschter Kompetenzen animieren und Sie darin unterstützen, sowohl Ihre Kreativität als auch Ihre Erfahrung dazu zu nutzen, im Hinblick auf die von Ihnen vorgestellten Kompetenzen noch besser zu werden...


Workshop 7 (Wiederholungen am Freitag von 9.00 bis 10.30 Uhr und 11.00 bis 12.30 Uhr): Dorit Mandl, OSZ Strausberg

Tanzend Lebensfreude, Entspannung und Heilung erleben

Manche Menschen fühlen sich unwirklich oder wie losgelöst von ihrer Umgebung, wenn sie an das traumatische Ereignis erinnert werden. Viele betäuben ihre Gefühle, negative wie positive, absichtlich, um nicht von ihnen überwältigt zu werden. Verlust von Interesse an anderen Menschen oder an Aktivitäten, die einem sonst Freude gemacht haben, ist eine häufige Folge eines Traumas. Viele Menschen haben nach einem traumatischen Erlebnis Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. 

Kreistänze sind ein Teil des kulturellen Erbes der Menschheit, was sich auch daran zeigt, dass sich ihre Weitergabe – trotz aller Modetrends – bis in die heutige Zeit erhalten hat. In ihnen spiegeln sich die vielfältigsten Lebensthemen von Kultur, Religion, Gemeinschaft und den Zyklen der Natur wieder. In ihrer Unvergänglichkeit berühren sie uns auch heute noch. Symbole und Rituale dieser Tänze übermitteln die grundlegenden Aspekte des menschlichen Seins und überführen sie in eigene Erlebnisse und Erfahrungen.

Kreistänze eignen sich hervorragend, um zum Beispiel Anfangsbarrieren abzubauen, körperliche Verspannungen zu lösen oder einfach die Präsenz zu erhöhen und wieder aufnahmefähig für Lerninhalte zu werden. Sie beinhalten gemeinschaftsstiftende Aspekte und können je nach Bedarf aktivierend, integrierend oder beruhigend eingesetzt werden. Sich Hand in Hand mit anderen zu ruhiger Musik zu bewegen, erzeuge ein Gemeinschaftsgefühl, das bei anderen Entspannungstechniken fehlt.

Im Workshop werde ich verschieden Kreistänze mit Ihnen einüben, um Ihnen die Wirkung zu demonstrieren. Tanzerfahrungen oder andere Fähigkeiten sind nicht nötig, ganz im Sinne des  afrikanischen Sprichwortes „Kannst du gehen, kannst du tanzen.“ Lassen Sie sich einfach darauf ein und haben Sie Spaß in der Gemeinschaft. Sie benötigen bequemes Schuhwerk und leichte Kleidung. (Teilnehmerzahl: wenigstens 15)


WORKSHOPS

Freitag, 02. 10. 2009, 09.00 bis 10.30 Uhr

Workshop 6: Prof. Walter Spiess, Uni Kiel

Nicht für die Schule, sondern für’s Leben lernen wir – Psychologie:

Die Vermittlung psychologischer Kompetenzen durch eine konstruktivistisch lösungs- und entwicklungsorientierten Unterrichtsgestaltung

Im Rahmen dieses Workshops möchte ich mit Ihnen durchspielen, wie ein solcher Unterricht gestaltet sein könnte: 

Ich gehe vom Menschenbild des coping man (Herzog) aus und halte Sie dazu an, sich zu vergegenwärtigen, was Sie im Hinblick auf Ihren Psychologieunterricht schon gut machen. Dies wird Ihr Selbstkonzept sowie Ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung bestärken. Sodann will ich Sie – im Sinne einer Logik des Gelingens (Spiess 2000) - zum Entwurf erwünschter Kompetenzen animieren und Sie darin unterstützen, sowohl Ihre Kreativität als auch Ihre Erfahrung dazu zu nutzen, im Hinblick auf die von Ihnen vorgestellten Kompetenzen noch besser zu werden...


Freitag, 02. 10. 2009, 11.00 bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr

Workshop 8: Unterrichtspraxis

Dieser Workshop arbeitet nach gruppendynamischen Prinzipien – SELBSTORGANISIERT. Kolleginnen und Kollegen tauschen Gedanken, Materialien und Erfahrungen zum Unterricht aus.

Alle Beteiligten bringen nach Möglichkeit bitte Laptop, USB-Stick, CD-R, Arbeitsblätter (Kopien) u.ä.m. mit.

Vorbereitung und Durchführung einer Fachexkursion in das Museum „Spektrum“ 

Vorbereitung und Durchführung Fachexkursion in das „Museum für Kommunikation“